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Jürgen Neumann

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Er wusste schon früh, dass Elektronik sein Ding ist. Während seine Freunde noch mit Lego spielten, hat Jürgen Neumann seine ersten Schaltkreise aus Eprom-Chips gebastelt, um die Beleuchtung für die Schülerdisco am Münchener Gymnasium zu programmieren. Wenig später ging es los mit dem ersten Computer: Der Lebensgefährte der Mutter, Software-Entwickler, brachte einen PC ins Haus, ein Vorläufermodell des legendären C64 von Commodore. „Das war ein großer, grauer Kasten mit grünem Bildschirm, den man in der Programmiersprache Basic bedienen musste“, erzählt econaut Neumann, Jahrgang 1966, und grinst. „Der Arbeitsspeicher hatte vier Kilobyte, das kann sich heute keiner mehr vorstellen.“

Und damals, in den frühen 80ern, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass solche Geräte schon bald so alltäglich sein würden wie Fernseher und Telefon. Doch Jürgen Neumann erkannte die Möglichkeiten der neuen Technik sofort – ganze Tage verbrachte er vor dem Rechner, programmierte in Basic immer komplexere Anwendungen und stieß ganz nebenbei auf die großen Fragen der Informationstechnologie, die ihn bis heute beschäftigen: Wie kann man die Möglichkeiten der Technik optimal nutzen? Und: Wie können Menschen mit den technischen Geräten souverän umgehen, ohne selbst zu ihren Sklaven zu werden?

Eines seiner Lieblingsthemen ist Wissensmanagement. Das menschliche Gehirn kann in einem Sekundenbruchteil inhaltliche Zusammenhänge zwischen Bildern, Videos, Texten und Zahlen herstellen – ein Computer kann das nicht. Noch nicht. „Die Zusammenhänge, die im Gehirn entstehen, sollten in den Rechner zurückfließen können“, sagt Jürgen Neumann. Er ist immer auf der Suche nach Innovationen, steht im Dialog mit Medienkünstlern, Programmierern, Hackern und Hochschulwissenschaftlern und bewertet als offizieller Gutachter der Europäischen Kommission neue Technologien. Vortragsreisen führten in unter anderem nach Indien, wo er im IT-Ministerium über Open-Source-Prinzipien referierte, nach Taiwan und an die amerikanische Harvard University. Selbst den Dalai Lama hat Jürgen Neumann schon zu technologischen Innovationen beraten und geholfen, für eine tibetische Flüchtlingsschule im Norden Indiens einen Internetzugang zu ermöglichen.

Auch in seiner Freizeit beschäftigt er sich gern mit technologischen Themen und engagiert sich ehrenamtlich in Sachen Digitale Agenda – etwa in der Berliner Freifunk-Initiative, die er gemeinsam mit Iris Rabener, Ingo Rau und einigen anderen Berliner Netz-Pionieren ins Leben gerufen hat.

Seine Stärke im econauten-Trio ist das fundierte Verständnis für technische Funktionalitäten und für das Zusammenspiel von Hard und Software. Als ehemaliger Geschäftsführer eines Berliner IT-Systemhauses kennt er außerdem die Bedürfnisse, Wünsche und Zwänge von Firmen und Organisationen, die betriebliche Abläufe automatisieren und digitalisieren wollen.

Doch trotz aller Faszination für die digitale Technik hat er sich eine kritische Distanz bewahrt. Diese Haltung ist im econauten-Trio selbstverständlich, denn wichtiger als das theoretisch Machbare ist für alle drei der konkrete Nutzen, den neue Technologien bieten. Jürgen Neumann verweist gern auf Vordenker der IT-Szene, die Innovationen im gesellschaftlichen Kontext bewerten – etwa Vannevar Bush, der in den 1940ern die Wissensmaschine Memex entworfen hat, oder auch Ted Nelson, der in den 1960ern den Hypertext erfunden hat. Ihre theoretischen Abhandlungen sind bis heute relevant, meint Neumann: „Wir müssen die IT-Fragen groß denken, sonst können wir sie nicht lösen.“ Das bedeutet auch, jede Innovation kritisch zu hinterfragen. Denn der technische Fortschritt legitimiert sich in seinen Augen nur durch seine sinnvolle und verantwortungsvolle Anwendung.

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